Auf dem Flachdach eines alten Wohnblocks entsorgen die Ensemblemitglieder Stationen ihrer schmerzhaften Erinnerungen. Mit leiser Komik, grotesker Verfremdung,
Mehrsprachigkeit, Tanz und lautem Widerstand sagen sie der Vergangenheit den Kampf an und springen in die Geschichte: Pegah und Elena teilen eine Kindheit, die in einem autoritären Staat von Kontrolle und Angst geprägt ist. Um die Realität erträglicher zu machen, träumen die besten Freundinnen gemeinsam vom Aufstand. 30 Jahre später haben sie sich aus den Augen verloren. Elena lebt angepasst als Ehefrau eines regimetreuen Regisseurs, der für eine Propagandaveranstaltung ein Stück inszeniert. Pegah hingegen kämpft weiter. „Fighting Dusman“ erzählt von Freundschaft und Mut, Wut und Loyalität und vom Kampf gegen einen scheinbar unbesiegbaren Feind.
Die Theatergruppe Die Fremden feiert 2026 ihr 34-jähriges Bestehen. Die Mitwirkenden der 26. Produktion haben Wurzeln
in Bulgarien, Belgien, Armenien, Afghanistan, Kroatien, Italien, der Slowakei, dem Iran und Österreich.
An der Geschichte für „Fighting Dusman“ hat das Ensemble gemeinsam mit Regisseurin Dagmar Ransmayr ein Jahr lang gearbeitet. Es fließen persönliche Erfahrungen, Empfindungen und (verlorene) Kämpfe in diktatorisch geprägten Systemen ins Stück ein – angetrieben von der Angst und Empörung über die Bedrohungen der Demokratie und den Verlust von Selbstbestimmung.
Bei den Göppinger Theatertagen ist die Gruppe seit 2009 ein gern gesehenen Gast, 2015 erhielt sie den Förderpreis – und 2026 sind sie zum sechsten Mal dabei.
Triggerwarnung: Es werden Gewaltdarstellungen gezeigt.